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1. Teleobjektiv verwenden
Ohne Tele läuft in der Tierfotografie nichts. Nur damit kommt man an die scheuen Tiere ran. Und selbst im Zoo ist es von Vorteil, denn mit einer langen Brennweite löst sich das Tier besser vom Hintergrund.
2. Geduldig sein
Tiere sind so spontan, dass man nie weiss, was sie gerade tun. Also leg dich auf die Lauer wie ein Jäger und betrachte das Tier ständig durchs Objektiv, den Finger am Auslöser... bereit für alles, was da kommen mag.
3. Wähle die richtige Perspektive
Von oben auf die Tiere runterschiessen, nein, das bringt nichts Gescheites. Wenn immer möglich solltest du auf die Höhe des Tieres kommen, das ergibt dramatische Aufnahmen.
4. Hintergrund abreissen lassen
Gute Bilder sind solche, bei denen sich die Tiere vom Hintergrund abheben. Das erreichst du mit einem Teleobjektiv und möglichst offener Blende. Aber auch mit dem Standort lässt sich etwas machen. Suche einen Standort, bei dem der Abstand vom Tier zum Hintergrund möglichst gross ist.
5. «Seriefeuer» schiessen
Schiesse wenn immer möglich keine Einzelbilder, sondern Reihenbilder. Die meisten Kameras verfügen über die Einstellung «Serie» – nutze sie! Denn oft ist nicht das erste Bild das Beste, und im Zeitalter der Digitalfotografie spielen die Filmmaterialkosten ja keine Rolle mehr...
Zudem: Am Abend nach der Safari alle Bilder betrachten, die weniger guten rauslöschen und sich an den Topfotos freuen – das ist doch ein Vergnügen der besondern Art!
Fritz K.
Gerade weil bei Tieren immer Emotionen mitspielen, wird die Selbstkritik gerne etwas verdrängt. Unruhige Hintergründe, ein schlechter Bildausschnitt, falsche Belichtung, Unschärfe an der falschen Stelle – das alles wertet die Bilder ab. Dann reichts allenfalls fürs Fotoalbum, aber nicht für einen Wettbewerb...
Was oft stört, sind bei manchen Tiergehegen die Draht- oder Stabgitter. Wie Abhilfe schaffen?
Teleobjektiv und voll offene Blende verwenden, um eine gezielte Unschärfe des Gitters im Vordergrund zu erreichen.
Merke: Je grösser die Blendenöffnung, desto geringer die Schärfentiefe. (Aufgepasst: je kleiner die Blendenzahl, desto grösser die Öffnung...!).
Bei Verwendung von sehr starken Teleobjektiven und offener Blende verschwinden die Gitter und Drahtmaschen im Vordergrund manchmal ganz (möglichst nahe ans Gitter gehen!).
Die Schärfe liegt auf dem Tier, und gleichzeitig hebt es sich dank der Telewirkung schön vom Hintergrund ab. Achte darauf, dass die Schärfe auf die Augen des Tieres eingestellt sind.
Gute Tipps, wie sich ein Bild vom Durchschnitt abhebt, sind vermeintliche «Fehler», die, gekonnt angewandt, eben keine sind...
Zum Beispiel eine Bewegungsunschärfe mit langen Belichtungszeiten ab Stativ.
Noch gekonnter sind Mitzieh-Effekte: Bei längeren Belichtungszeiten (Faustregel: 1/30 bis 1/60 sek) mit einem Kameraschwenk dem Tier folgen.
Aussergewöhnliche Porträts entstehen auch durch eine dynamische Brennweite (z.B. Weitwinkel, wenn man nahe genug an ein Tier ran kommt).

Martin Sigrist ist Chefredaktor der Foto-Zeitschrift «FotoSpiegel» und regelmässiger Mitarbeiter der Zeitschrift «Photographie», zudem ist er bei tierfotowettbewerb.ch
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