Bei Schnappschüssen spielt die Spiegelreflex ihre Vorteile voll aus...

Der fliegende Pinguin. Hier ist schnelles Auslösen gefragt. Der Punkt geht an die Spiegelreflex.


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Die ideale Ausrüstung für Tierfotografie

Spiegelreflex oder Bridge?


Die Reise in die Antarktis war eine gute Gelegenheit, die beiden Systeme miteinander zu vergleichen. Natürlich hatte die Canon 40D den Bewertungsvorteil, dass ich diese Spiegelreflexkamera schon in- und auswendig kannte. Aber die Bridgekamera SONY DSC-HX1 erhielt dafür den Bonus des Neuen...

Beginnen wir also gleich mit der Neuen. Sie besticht zunächst einmal durch ihre Handlichkeit, ihre kleinen Abmessungen und dem mickrigen Gewicht von nur 500 Gramm. Zudem hat sie ein eingebautes Zoomobjektiv von 28-560mm, braucht also nie einen Linsenwechsel. Und dazu kommen ihre Features wie Panorama- und Filmaufnahmen. Verlockend.

Nur: Will man überhaupt filmen, wenn man am (seriösen!) Fotografieren ist? Beides geht nur sehr schlecht zusammen.

Die Spiegelreflex trumpfte wie erwartet dort auf, wo es um schnelles Auslösen ging. Der helle Sucher ist dabei überaus hilfreich. Und wenn sich etwas Spektakuläres ereignete, bei dem Seriefeuer angesagt war, dann stach die Spiegelreflex die Bridge klar aus, obwohl auch Letztere über einen erstaunlich schnellen Seriemodus verfügt (sogar noch schneller als die Canon, nämlich 10 Bilder pro Sekunde...). Aber nervend bei der Sony: Wenn die 10 Bilder verschossen sind, dann dauert es gefühlte «Minuten», bis die Kamera endlich wieder verwendet werden kann, weil sie zuerst die 10 Fotos abspeichern und verarbeiten muss. Ganz anders die Canon: hier ist man stets und immer schussbereit. Bei der Tierfotografie der entscheidende Punkt.

Vom angenehm hellen Sucher bei der Canon habe ich schon gesprochen. Die Sony dagegen weist nur einen elektronischen Sucher auf, verpixelt und wenig kontrastreich, eher ein Notsucher. Zwar kann man den Ausschnitt auch über das Aussendisplay wählen (was an sich ein Vorteil wäre, weil man damit spektakuläre Perspektiven erreicht, z.B. Froschperspektive, ohne sich auf den Boden legen zu müssen...), aber das Problem ist und bleibt halt, dass man bei Sonnenlicht das Display nur schwer lesen kann. Ganz anders die Spiegelreflex, die man immer ans Auge nimmt.

Wiegen die digitalen Features der Sony ihre Nachteile auf? Das ist Ansichtsache. Die Möglichkeit, auch Filme drehen zu können, ist sicherlich ein Pluspunkt. Und die geniale Panorama-Funktion schafft Bilder, die man auch mit einem Superweitwinkel nicht hinkriegt. Es stellt sich also die Frage: Sind das nur Nice-to-have-Features, oder überholt die Bridgekamera damit die Spiegelreflex?

Mein Fazit: Die Spiegelreflex bleibt meine Lieblingsausrüstung, wenn es um Expeditionsreisen und Tierfotografie geht. Aber bei einer Bergwanderung oder in den Badeferien, da kann die Handlichkeit der Kleinen durchaus den Ausschlag geben. Selbst wenn sich am Strand ein Seeadler zeigen würde, ich hätte dann noch immer das 560er-Tele mit dabei, eingebaut in die 500 Gramm leichte Bridge. Wie gut, dass ich mich nicht definitiv entscheiden muss.


Fritz Kleisli




>Diashow/Webgalerie Antarktis 2010

Spiegelreflex (4 kg)

oder

Bridge (500 gr) ?

Bei stehenden Motiven hält die Bridge problemlos mit. Nur bei Grossvergrösserungen kann sie gegenüber einer (sehr) leistungsfähigen Linse der Spiegelreflexkamera im Nachteil sein.