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Wem die Spiegelreflexkamera zu schwer, zu sperrig und vielleicht auch zu teuer ist, muss noch lange nicht auf eine erfolgreiche Tierfotografie verzichten.
Eine durchaus passable Alternative bieten nämlich die so genannten Bridge-Kameras. Diese nennt man so, weil sie eine Brücke zwischen den Kompakt- und den Spiegelreflexkameras schlagen. Sie verfügen zwar über keine Wechselobjektive, sind aber mit einem Zoom-Objektiv ausgestattet, dessen Brennweite vom Weitwinkel bis in hohe Tele-Sphären reicht.
Um das gleich klar zu stellen: Wer sich das Ziel gesetzt hat, seine Fotos an NATIONAL GEOGRAPHIC oder an GEO zu verkaufen und seinen Lebensunterhalt mit der Tierfotografie zu bestreiten, der braucht hier nicht mehr weiter zu lesen. Die Bildqualität (Schärfe, Brillanz) kann sich natürlich nicht mit den teuren starren Linsen messen, die von den Profis verwendet werden. Die Bridgekameras mit ihren extremen Zoomlinsen sind hingegen ideal für Fotofreunde, die sich an ihren eigenen Bildern im Album oder an der Diashow auf dem Compi erfreuen wollen.
Vorteil der Bridgekamera: Sie ist leicht (500 g!), klein und handlich und erfordert keine Fototasche mit zahlreichen Wechselobjektiven. Alles ist vorhanden und eingebaut. Vor allem der extreme Brennweitenbereich von unglaublichen 28-560 mm. Das schafft zurzeit kein Spiegelreflex-Objektiv, und wenn es eines gäbe, dann wäre es so schwer und so teuer, dass es sich niemand leisten würde.
Die Zoomlinse ist aber nur die eine Seite. Ganz gross trumpft die handliche Kleine mit digitalen Features auf. Ich meine damit nicht lächerliche Gags wie das Erkennen des Smiling (kann man locker abschalten!), sondern durchaus nützliche Features wie zum Beispiel das «Seriefeuer» von 10 Bildern pro Sekunde. Absolut ideal für die Tierfotografie! Etwas störend: Nach einem 10-Bilder-Paket dauert es ein paar lange Sekunden, bis die Kamera wieder schussbereit ist.
Grossartig auch die Einrichtung zur Vermeidung von verwackelten Bildern in der Dämmerung, wenn zu wenig Licht vorhanden ist. Die Kamera macht dann mehrere Bilder hintereinander (z.B. eines für die richtige Schärfe, dieses ist dann zwar unterbelichtet, weil mit einer zu kurzen Verschlusszeit aufgenommen; ein anderes ist dafür verwackelt, aber für die richtige Belichtung zuständig) und fügt die Bilder innert Sekunden zu einem brauchbaren Bild zusammen. Phänomenal.
Begeisternd ist auch die Panorama-Funktion. Klar, Panoramen gab es schon früher, indem man verschiedene Bilder am Compi zusammenführte. Aber mit der Sony HX1 geht das jetzt kinderleicht. Ein Panoramaschwenk – und dann schaut man zu, wie das die Kamera vor Ort in ein paar Sekunden erledigt.
Fazit: In dieser Kamera kommt die digitale Welt so richtig zum Tragen. Eine Alleskönnerin, die man immer dabei hat, weil sie so leicht und handlich und trotzdem leistungsfähig ist.
Fritz Kleisli


